Chili-Samen ernten und trocken

Chili-Samen für die nächste Saison trocknen.

Jahr für Jahr frische Chilis, das ist der Traum eines jeden Chili-Gärtners.

Doch worauf muss geachtet werden und ist es wirklich so einfach?

Die Saison geht zu Ende, wir haben Anfang Oktober, die Herbststürme und Stimmung kommt in der Natur langsam auf und die Chili-Ernte ist in vollem Gange. Jetzt kommen auch die Fragen auf, was im nächsten Jahr ausgesät werden soll und ob die Samen zu mindest zum Teil aus der diesjährigen Kultur stammen sollen.

 

Sollen die Samen aus den eigenen Pflanzen stammen, dann müssen ein paar Punkte beachtet werden.

  1. Material:
    Messer Handschuhe Schneidbrett Teelöffel Küchenpapier oder Löschpapier
  2. Aufschneiden:
    Die Schote mit einem scharfen Messer halbieren.


  3. Herauskratzen:
    Die Samen mit einem Messer oder Löffel herauskratzen.
  4. Reinigen:
  5. Anhaftendes Plazentagewebe oder Fruchtfleisch sollte entfernt werden
  6. Verteilen:
    Die Samen großzügig auf dem Papier verteilen.
  7. Platzieren:
    Das Papier mit den Samen an einer gut belüfteten, trockenen und vor direkter Sonne geschützten Stelle platzieren.
  8. Umlegen: 
    Falls erforderlich die Samen auf ein frisches Papier umlegen. Dies kann notwendig sein bei Sorten mit großen Samen, bei dickwandigen Sorten oder wenn sich vereinzelt Schimmel gebildet hat.
  9. Abpacken:
    Die vollständig getrockneten Samen in beschriftete Samentütchen abpacken.

Worauf ist zu achten?

Der Prozeß des Trocknens ist an sich sehr einfach. Dennoch gibt es ein paar Punkte auf die geachtet werden muss.

  1. Bei sehr scharfen Chilis ist der Einsatz von Handschuhe und einer Schutzbrille absolut empfehlenswert.
  2. Eine gleichmässige Temperatur zwischen 20 bis 30 Grad, also Zimmertemperatur,  ist ideal.
  3. Die Samen müssen großzügig verteilt werden, nur so wird schnelles und gleichmässiges Trocknen gewährleistet und die Schimmelbildung vermieden. Ausserdem kann so eventuell auftretender Schimmel einzelne Samen nicht gleich auf die Nachbarn überspringen.
  4. Die Luftzirkulation muss gewährleistet sein. Daher müssen die Samen an der Luft getrocknet werden und nicht in einem Behältnis.
  5. Keine direkte Sonneneinstrahlung, da sonst die Samen zu heiß werden, absterben und vertrocknen.
  6. Trockene Samen sind fest und lassen sich nicht verformen
  7. Samen mit mangelhafter Qualität müssen aussortiert werden.
    Dazu zählen verfärbte, zu kleine, beschädigte, usw.
  8. Geeignete Verpackungen verwenden, wie z.B. Samentütchen aus Papier, kleine Druckverschlusstütchen oder auch Filmdosen.
  9. Verpackung korrekt beschriften mit Sortenname, Erntedatum und falls vorhanden dem Aussaatdatum.
  10. Warum Aussaatdatum? So könnt Ihr schnell erkennen, wie lange die Sorte bei Euch von der Aussaat bis zur Ernte benötigt hat. Damit könnt wisst ihr für das Folgejahr, ob ihr früher anfangen müsst oder Euch Zeit lassen könnt.
  11. Besonders wichtig ist zu wissen, dass bei der Neuausaat von F1 Sorten im Folgejahr nicht das herauskommt, was für die F1-Sorte typisch ist.

 

Frische Aussaat ohne trocknen

Wer direkt nach dem Entnehmen der Samen gleich wieder Aussäen möchte, der muss natürlich nicht die oben genannten Schritte befolgen. Das einzige worauf zu achten wäre ist die Qualität der Samen, sprich sie müssen sauber und unbeschädigt sein.

Eines müsst Ihr bedenken, der überwiegende Teil, der im Handel verfügbaren Früchte stammen aus F1-Pflanzen. Dies bedeutet, dass nach einer Aussaat nicht das dabei herauskommt, was Ihr zuvor als Frucht erworben habt. Dies ist genetisch bedingt.