Chilis überwintern – die Vor- und die Nachteile

Chilis überwintern ist denkbar einfach. Grundsätzlich lässt sich jede Art und Sorte überwintern. Der einzige Unterschied liegt darin, wie kältempfindlich die Sorte ist und wann diese somit reingeräumt werden muss.

Prinzipiell gilt, dass sobald die Temperaturen unter 8°C fallen, sollte darüber nachgedacht werden, welche Pflanzen man gerne überwintern möchte. Sobald die ersten Fröste anstehen müsst Ihr die Pflanzen reinholen.

 

Das Wetter könnt Ihr gut mit einer Wetterstation einschätzen. Ein Blick auf Wetterseiten kann natürlich auch nicht schaden.


Rocoto-Chilis sind die mit besten Verträglichkeit in Bezug auf kalte Temperaturen. Frost sollte dennoch vermieden werden.

 

Wann müssen die Chilis rein?

Bereits erwähnt habe ich, dass sobald die Temperaturen unter 8°C fallen, die Pflanzen reingeräumt werden müssen. Wann dies der Fall ist, ist abhängig von den vorherrschenden Temperaturen. Dies kann, je nach Wetterlage, bereits im August sein. Oder auch erst im November. Wenn erste Fröste gemeldet sind, solltet Ihr die Pflanzen vorsorglich reinräumen, damit ihnen nichts passiert und sobald die Temperaturen für eine längere Phase wieder steigen, könnt Ihr die Pflanzen noch einmal rausstellen. Dies gilt im Übrigen auch für das Vorgehen im Frühjahr.

 

Wie sollten die Chilis vorbereitet werden?

Sobald das Wetter für längere Zeit eine Kaltphase einlegt, besteht keine Möglichkeit mehr die Pflanzen zwischendurch noch einmal rauszustellen. Somit ist dies der Zeitpunkt die Pflanzen für das Überwintern vorzubereiten.

Die nächsten Schritte sind davon abhängig welche Möglichkeiten und vor Allem welches Platzangebot Ihr habt.

Wenn Euch ein großer Wintergarten oder ein Gewächshaus zur Verfügung steht, wo die Pflanzen ausreichend Licht bekommen, dann müsst Ihr die nachfolgenden Schritte nicht zwangsläufig einhalten.

Chilis vorbereiten

Zunächst müssen alle Früchte abgeerntet werden. Diese würden ohne hin der Pflanze nur Kraft rauben.

Nun nehmt Ihr eure Gartenschere

Die Chilipflanze stellt Ihr zum Schnitt in eine gute Arbeitshöhe vor Euch z.B. auf einen Tisch. geht einen Schritt zurück und studiert die Form der Pflanze. Schneidet nur so viel wie möglich und so wenig wie nötig ab, so dass die Grundstruktur, wie zum Beispiel die oberste Verzweigung, erhalten bleibt. Entfernt alle kleinen neben Triebe und sorgt so dafür, dass die Pflanze so gut wie nackt ist.

Schneidet nicht zu viel ab!

Wenn Ihr zu viel von der Pflanze abschneidet ist es möglich, dass Ihr Gefahr läuft und keine aktiven Augen mehr an der Pflanze habt, die austreiben könnte. Dies kann der Fall sein, wenn der beschnittene Trieb zurücktrocknet oder auf Grund einer Infektion teilweise abstirbt.

Beachtet daher, dass Euer Schneidwerkzeug sauber und desinfiziert ist.


Meine Empfehlung an Euch ist mindestens drei Nodien (Knoten an den Trieben) stehen zu lassen. An diesen Nodien befinden sich die ruhenden Augen, aus welche im Frühjahr neue Triebe entstehen.

Die zurückgeschnittenen Chilis können nun kühl und dunkeler überwintert werden. Sollten die Pflanzen aktiven Austrieb zeigen, stellt Sie einfach an ein Fenster.

 

Platzbedarf

Chilis werden meist in großen Töpfen kultiviert. Für die Überwinterung empfiehlt es sich daher die Chilis in kleinere Kübel zu pflanzen. Dies können problemlos 5 Liter Töpfe oder kleiner sein. Der Grund dafür ist simpel. Im Winter ganz ohne Laub, kurzen Trieben und pausierendem Wachstum benötigen die Pflanzen nicht mehr solch ein Substratvolumen. Durch die Verwendung kleinerer Kübel ist der Platzbedarf deutlich kleiner.

 

Gießen und Düngen im Winter

Wenn das Wachstum geringer ist benötigen Pflanzen weniger Wasser. Auf Dünger kann komplett verzichtet werden. Wobei? Wenn Ihr die Pflanzen durchkultiviert, also ohne Rückschnitt im warmen Wintergarten oder Gewächshaus, dann sind Düngergaben durchaus sinnvoll und notwendig. Wenn die Pflanzen jedoch kein Wachstum zeigen und zurückgeschnitten sind, macht es keinen Sinn.

Beim Gießen muss man vorsichtig sein. Denn die Chilis nehmen ohne Wachstum nicht viel Wasser auf. Das Substrat darf jedoch nicht austrocknen. Gerade bei großen Kübeln, ist es schwierig den Feuchtigkeitsgrad genau einzuschätzen. Daher meine Empfehlung kleinere Töpfe für die Überwinterung zu nutzen, da diese nicht so viel Wasser speichern können.

Zusatzbeleuchtung

Wie sinnvoll ist der Einsatz von einer Zusatzbeleuchtung?

Dies ist davon abhängig, wie ihr die Pflanzen überwintern wollt. Falls ihr einen Standort habt mit überhaupt keinem Licht, macht es eventuell Sinn Kunstlicht einzusetzen. Gerade auch dann, wenn der Standort warm ist und die Pflanze zwangsweise austreiben muss. Wenn Ihr sehr helle Fenster, einen Wintergarten oder ein Gewächshaus habt, könnt Ihr auf Zusatzlicht verzichten. Dies spart zudem auch Strom, was auch nicht schlecht ist.

 

Welche Lichtquellen eignen sich?

LED Leuchten sparen am Meisten Energie und erzeugen sehr wenig Wärme.

 

Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren und andere Leuchtmittel der selben Kategorie sind eine weitere gute Methode Pflanzen mit Licht zu versorgen. Nehmt Leuchtmittel mit Tageslicht.

 

Schädlinge im Winter?

Es ist schon erstaunlich wie schnell Läuse oder Spinnmilben aktiv werden sobald die Pflanzen sich in warmen Gefilden befinden. Die Vermehrung geht so schnell von Statten, dass man mit dem Einsatz von Nützlingen nicht mehr nachkommt. Der Einsatz von Spritzmitteln bleibt so fast nicht aus. Ausser Ihr schneidet die Pflanzen komplett zurück, dann besteht die Möglichkeit, dass es auch ohne Einsatz von Spritzmitteln geht.

Solltet Ihr dennoch etwas gegen die Läuse unternehmen wollen, dann nutzt ein Mittel wie Neem.

Der Hersteller spielt dabei keine Rolle, das Mittel hat zu meist die gleiche Formulierung.

Die Chilis sind so gut für den Winter gewappnet.

 

Die Vor- und Nachteile der Überwinterung von Chilis

Chilis zu überwintern ist eine praktische Sache. Die Aussaat entfällt und es auch grundsätzlich auch möglich, dass im Winter frische Früchte geerntet werden können. Ein weiterer Vorteil ist, dass bereits ausgewachsene Pflanzen im Frühjahr zur Verfügung stehen, die für eine schnellere Ernte sorgen.

Von den schönen Seiten überzeugt, gibt es auch gewisse Nachteile. Diese sind im Platzbedarf zu sehen. Wenn man mehrere Pflanzen überwintert ist dies nicht unerheblich. Der Schädlingsdruck kann im Winter groß sein und mehrere Spritzungen können notwendig sein. Auch ist es nicht sicher, dass das Überwintern gelinkt.

 

Fazit

Wer eine tolle Sorte große gezogen oder gekauft hat und diese weiter kultivieren will, für diesen ist das Überwintern sicher interessant. Je älter die Pflanzen sind umso abwechslungsreicher ist es am Ende und umso größer sind sie. Auf jeden Fall lohnt es sich das Überwintern auszuprobieren.