Chilis und Paprika

chili

Seit nun mehr 10 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Chilis und Paprika.

Diese Pflanzen haben sozusagen ein wahres Feuer in mir ausgelöst. Ich brenne regelrecht, wenn es darum geht neues über die Schoten zu erfahren. Jedes Jahr auf’s neue jucken meine Finger, wenn der Frühling naht und ich die Aussaaten angehen will.

So oder so ähnlich geht es vielen Chilifans.

Diese Pflanzen wissen mit vielen Highlights zu punkten.

In der Pflege sind sie recht einfach. Sie faszinieren mit einer Hitze, die je nach Sorte jeden Bereich im Körper ausfüllt. Und die Formen-, Farben- und Aromavielfalt ist gigantisch.

Chilis, wie auch Paprika, gehören zur Gattung Capsicum und diese wiederrum zur Familie der Nachtschattengewächse. Den meisten, was wenn man sich mit der Materia schon länger beschäftigt erstaunlich ist, kennen in aller Regel nur den großen roten Blockpaprika. Doch die Gattung kann noch viel mehr als nur rot, blockig und Gemüse lastig.

Solanum Capsicum kann auch würzig, scharf und rauchig. Viele Bezeichnungen haben sich über die Zeit angesammelt. Dazu zählen z.B. Chili, Spanischer Pfeffer, Peperoni, Peperoncini oder Pfefferoni. Häufig sind es Namen, die ein und das selbe beschreiben.

Es gibt unzählige Sorten von Paprika und noch viel mehr Chilizüchtungen.
Die Faszination hat die die Welt für sich in den Bann gezogen.

Capsaicin, wie der in den Schoten und Samen enthaltene Stoff heisst, ist praktisch in jeder Sorte enthalten. Einzig die Konzentration ist unterschiedlich. Während die meisten Paprikas eine sehr geringe Konzentration enthalten, die dafür sorgt, dass diese sehr mild sind. Gibt es mittlerweile Züchtungen, die bis zu 2,4 Millionen Scoville erreichen. Dies ist bei der momentanen Rekordhalterchili, der Sorte „Dragons Breath“ der Fall. Bisheriger Rekordhalter war die Sorte Carolina Reaper deren Maximum bei über 2,2 Millionen Scoville lag, jedoch im Schnitt bei rund 1,5 Millionen Scoville liegt.

Ein Scoville ist das Verhältnis zwischen vorhandenem Capsaicin und der benötigen Menge Wasser, die notwendig ist, damit das Capsaicin nicht mehr messbar ist.

Für 1 Milliliter reines Capsaicins werden 15 Millionen ml (= 15 m³ = 15.000 Liter) Wasser benötigt, damit keine Schärfe messbar ist.

Somit dient die Scoville-Skala der Einstufung, wie scharf die Früchten der Gattung Capsicum sind.

Gemessen daran, bestand die Sorte Carolina Reaper zu 1/10 aus reinem Capsaicin.

Capsaicin ist ein gelbes, teilweise kristallines Öl. Es ist ein Fettsäureamid, genauer das Vanillylamid der Fettsäure trans-8-Methyl-6-nonensäure. Das Fettsäurearamid verteilt sich zwischen der Zellwand und Cuticila.
Besonders hohe Mengen (ziwschen 90 bis 99 %) enthalten die Plazente (der innere, weiße Bereich) und die Samen.

Werden also diese Bereiche mit den Hohen Capsaicingehalten aus den Schoten entfernt, wird dadurch die Gesamtschärfe deutlich abgemildet. Bei sehr scharfen Sorten, darf dies jedoch über die, in der Summe enthaltene Schärfe, nicht hinweg täuschen.

Wie oben bereits erwähnt ist die Paprika, oder auch Gemüsepaprike, die am meisten vertretene Capsicum im Handel. Sie gehört zu Capsicum annuum, die sich in unzählige Sorten aufspaltet.

Neben Capsicum annuum gibt es noch 33 weitere Arten.
Es sind heutzutage noch lange nicht alle Arten im Handel vertreten. Auch beschrieben sind längst nicht alle.
Hauptunterscheidungsmerkmal der einzelnen Arten stellt deren Herkunft dar.

Mittel- und Südamerika gilt als der Ursprung der heutigen Paprika-Arten und Sorten. Auch heute noch kommen aus diesen Regionen immer neue Sorten auf den Markt.

Dabei ist es erstaunlich, dass die Volksrepublik China mit geschätzten 15.800.000 Tonnen, die größten Produzenten weltweit sind. Denn keine bekannte Art oder Sorte ist in Asien heimisch.

Paprika und Chili sind sehr vielseitig.

Zum einen dienen sie als Gemüse in Salaten, als Beilage für diverse Gerichte.
Die dienen als Gewürz in Form von frische Beigabe, in getrockneter Form (ganz oder als Pulver), als Sauce oder geräuchert.
Darüber hinaus wird das Capsaicin medizinisch genutzt. Jeder der schon ein Pflaster oder eine Wärmesalbe genutzt hat, ist mit dem medizinischen Nutzen in Kontak getreten.

Folgende Beschwerben werden mit Capsaicin behandelt:
rheumatischen Schmerzen
Hexenschuss
Migräne
Gürtelrose
diabetische Neuropathie
postherpetische und trigeminale Neuralgie

In Mäuseversuchen wurde festgestellt, dass Capsaicin Prostatakrebszellen abtötet und den Herzschaden bei einem Herzanfall reduzieren.

Es ist erstaunlich wozu Pflanzen alles gut sind.