Geeignete Gefäße für die Pilzzucht

Für jeden Pilz der passende Topf

 

Die Antwort auf die Frage des richtigen Topfes bzw. Gefäßes richtet sich dem Pilz, dem Ort und dem Substrat.

Genau genommen ist es den Pilz weitestgehend Egal welches Gefäß eingesetzt wird. Es ist problemlos möglich das Substrat mit dem Pilz in Kunststoffflaschen abzufüllen, zu warten bis der Pilz das Substrat durchwachsen hat und dann die Ernte zu genießen.

 

Kultur im Haus

Für die Kultur im Haus, z.B. in der Küche, ist der Einsatz von Kunststofftöpfen oder großen Joghurt-Eimern empfehlenswert. Sehr wichtig dabei ist, dass die Gefäße auf Kunststoffuntersetzern oder Glasschalen platziert werden. Der Grund dafür ist klar, denn wenn die Pilze gewässert werden, tritt an den Löchern im Boden Wasser aus. Dieses Wasser ist nicht etwa kristallklar, sondern mit Kaffee und Pilzzellen durchsetzt. Diese Brühe will man nicht auf der Arbeitsplatte oder anderen Oberflächen haben. Ein Anbau von Pilzen auf unversiegelten Holzflächen sollte vermieden werden. Denn alle Pilze siedeln sich nur zu gerne auf Holz an.

Bei der Kultur im Haus sollte darauf geachtet werden, dass die Luftumwälzung ausreichend ist. Denn wenn die Pilze zu lange in geschlossenen Räumen sind, geben sie Pilzsporen ab, die bei einem zu hohen Grad zu Atemproblemen führen können. Die Wahl des Standortes ist also entscheidend.

Für die Kultur im Haus sind sehr viele Pilze geeignet. Gut geeignet sind Pioppino, Austernpilze, Champignon. Die Ernte ist ganzjährig möglich.

 

 
 

Kultur auf dem Balkon

Es einfach die Natur machen lassen.

Über die warme Jahreszeit bietet es sich an, die Pilze außerhalb des Hauses anzubauen. Als Gefäß können hier alle Arten von Blumentöpfe, egal ob Ton oder Kunststoff, eingesetzt werden. Gerade bei Seitlingen muss dabei bedacht werden, dass diese seitlich vom Topf sprießen. Dies kann auch an der Unterseite passieren. Es ist also wichtig, dass die Töpfe erhöht stehen. Auch sollten Sie so platziert sein, dass Schnecken keine Chance haben. Die Kultur in einem Ampfeltopf wäre somit eine interessante Lösung.

Seitlingen, die seitlich vom Substrat austreten, bilden eine umso größere Ernte, je mehr Öffnungen für den Austritt vorhanden sind. Diese Methode hat jedoch eine entscheidene Grenze. Denn sobald die gesamte Substratoberfläche offenliegt bilden sich nur da Fruchtkörper, wo der Pilz die idealen Bedingungen vorfindet. Durch eine gleichmässige Verteilung der Öffnungen am Topf, lässt sich somit gezielt dafür sorgen, dass der Pilz die maximale Ernte produziert. Es ist also möglich die Menge an zu erntenden Fruchtkörpern zu steuern. Je mehr Öffnungen vorhanden sind, umso mehr muss geerntet und verarbeitet werden.

Der Anbau auf Stroh oder Holz spart in sofern Arbeitsaufwand ein, in dem die Kultur weitestgehend sich selbst überlassen wird. Jedoch muss auch hier darauf geachtet werden, dass Schnecken kein leichtes Spiel haben.

Für die Kultur auf dem Balkon sind alle Pilze geeignet, solang die Bedingungen realisierbar sind. Jedoch kann im Winter nicht geerntet werden.

 

Kultur im Garten

Als Alternative zu Töpfen, Eimern oder Wannen, können Pilze in einem Beet angebaut werden. Dazu wird ein entsprechendes Loch im Garten ausgehoben, welches mit dem Kultursubstrat befüllt wird. Dieses Substat wird im Anschluß beimpft. Nun ist es abhängig vom Standort und wie humusreich der Boden ist, wie oft gewässert werden muss. Wenn der Boden lehmhaltig und sehr trocken ist, muss das Pilzbeet häufiger gegossen werden, als wenn der Boden Regenwasser gut halten kann. Die Kultur im Gartenboden hat einen weiteren Vorteil. Hat sich der Pilz erst einmal angesiedelt und fühlt sich wohl, kann durchaus über mehrere Jahre geerntet werden.

Für die Kultur auf dem Balkon sind alle Pilze geeignet, solang die Bedingungen realisierbar sind. Jedoch kann im Winter nicht geerntet werden.

 

 
 

Kultur auf Baumstämmen

Gerade wenn es um Baumstämme oder gar Baumstümpfe, eines frisch geschlagenen Gartenbaums geht, kommen viele Auf die Idee diesen Stumpf mit Pilze schnell zu beseitigen. Die Idee ist gar sehr gut. Jedoch schnell verlaufen wird dieser Prozeß nicht. Denn die Zersetzung des Holzes kann über mehrere Jahre ablaufen. Dies kann als Nachteilig angesehen werden oder als positiv. Denn ein Pilz, der sich im Baumstumpf angesiedelt hat, bringt solange der Baumstumpf noch nicht ganz zersetzt ist, eine reichhaltige Ernte. So gesehen ist der Prozeß für Pilzfreunde durchaus lohnend.

Ist gerade kein Baum im Garten vorhanden, der gefällt werden muss. Kann jedes Laubholz oder auch ein ganzes Stück Stamm genutzt werden. Vor dem teilweise eingraben des Holzes, muss dieses eingeweicht werden. Größere Tonnen bieten sich hierfür an oder auch eine Wanne. das Holz sollte idealerweise etwa 20 cm dick und einen Meter lang sein. Je dicker das Holz ist, umso länger kann auch geerntet werden.

Austern- und Shiitake-Pilze sind für diese Anbaumethode besonders geeignet. Während Shiitake-Pilze auch auf hängendem Holz angebaut werden können, benötigen Austernpilze Bodenkontakt. Das Holz muss daher teilweise, längs der Maserung, eingegraben werden. Etwa 20 Zentimeter sollten es schon sein. Dabei wird auch klar, warum das Holz ein Meter Lang sein sollte. Länger sollte das Holz jedoch nicht sein, denn durch die Zersetzung besteht die Gefahr, dass ein zu langer Stamm irgendwann ohne Vorwarnung umfällt. Besser ist es also sehr lange Stämme oder Bretter zu teilen.

Für die Kultur auf Baumstämmen eignen sich besonders Austern- und Shiitake. Die Ernte ist nur in der warmen Jahreszeit und über mehrere Jahre möglich.