Geh mir nicht auf die Nuss! … Doch!

Servus liebe Exotenfans,

was gibt es schöneres auf diesen Planeten als die exotische Pflanzen und Blumen.

Damit wir diese genießen können, müssen diese natürlich erst ausgesät und großgezogen werden. Besonders erfolgreich gelingt einem dies mit Kokossubstrat aus der Kokosfaser, welche in der Hülle der Kokosnuss zu finden ist.

Die Kokosnuss stellt botanisch eine Steinfrucht dar. Die Hülle besteht aus drei Schichten. Das Exokarp (die Aussenschicht) ist glatt und hart. Die Mittlere Schicht, also das Mesokarp, ist sehr faserreich und kann eine Stärke bis 20 cm erreichen. Das Endokarp, also die innerste Schicht, die den Keimling umgibt, ist eine sehr harte circa 0,5 cm dicke Schale.

Das Kokossubstrat wird, wie Ihr bereits richtig vermuten werdet, aus dem Mesokarp, also der fasrigen Schicht gewonnen. Diese Schicht wird zur Gewinnung der „Nuss“ entfernt. Anschliessend wird diese zerkleinert.

Hierbei entstehen Substrate unterschiedlicher Güte.

Zum Einen sehr feine und zum Anderen fasrige Substrate. Natürlich gibt es auch Mixturen aus den beiden Varianten.

Welche Vorteile bietet das Kokossubstrat gegenüber „normaler“ Substrate?

Kokossubstrat ist:

  • sehr luftig
  • keimfrei
  • strukturstabil
  • schimmelhemmend
  • frei von Schadorganismen
  • frei von Unkräutern
  • frei von Steinchen und Holzstückchen
  • hohe Wasserspeicherfähigkeit
  • Geruchsneutral und -neutralisierend
  • Düngerfrei
  • praktisch unbegrenzte Lagerfähigkeit

All diese Eigenschaften sorgen dafür, dass dieses Material bestens für die Aussaat von Pflanzen geeignet ist. Darüber hinaus erfüllt es auch alle Ansprüche für einen optimalen Bodengrund von Terrarien.

Die Luftigkeit und Strukturstabilität sorgt auch im nassen Zustand dafür, dass die Wurzeln der Pflanzen jeder Zeit optimal mit Luft versorgt werden können. Selbst wenn das Substrat frisch gewässert wurde, besteht keine Gefahr, dass die Pflanzen zu irgendeinem Zeitpunkt zu nass stehen. Für ältere Pflanzen empfiehlt sich ein Kokossubstrat aus längeren Fasern.

Die schimmelhemmende Eigenschaft sowie das gänzliche Fehlen von Dünger, Unkräuter und Schadorganismen sorgt dafür, dass die Aussaat unter optimalen Bedingungen ablaufen kann. Wird das Saatgut hinreichend vorbehandelt, so dass auch auf diesem keine Schadorganismen vorkommen, steht der erfolgreichen Keimung und Anzucht nichts im Wege. Mit Hausmitteln, wie zum Beispiel Kamillentee, lassen sich Samen relativ leicht desinfizieren. Des Weiteren regt der Tee die Keimung an.

Kokossubstrat ist schon auf Grund der Lagerfähigkeit etwas sehr besonderes. Meistens kommt es in klein gepressten Quadern zu uns. Mit einem Gesamtgewicht von etwa 650 g, ist es so auch leicht zu transportieren. Diese kleinen Quader lassen sich problemlos irgendwo verstauen und stehen so jeder Zeit zur Verfügung.

Einfach etwa 7 Liter Wasser in einen Eimer und den Quader hinzugeben. Nach einiger Zeit hat sich das Substrat mit dem Wasser vollgezogen und es stehen etwa 9 Liter Substrat zur Verfügung.

Auch der ökologische Sinn wird damit erfüllt. Bei der Produktion von Kokosnüssen war dieses Nebenprodukt an und für sich Abfall, der so keine Verwendung fand. Als Substrat ist es ein ideales Produkt nicht nur für die Pflanzenanzucht. Auch als Ersatzstoff in Bezug auf Torf, womit der Torfabbau zu großen Teilen geringer ausfallen kann.

Ich hoffe Euch hat der erste Artikel gefallen und würde mich über Eure Erfahrungen freuen.

 

Gruß

Bernd

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